Biographien der Künstler
Mattseer Diabelli Sommer 2005
WOLFGANG BRUNNER
Der gebürtige Bayer studierte 1977-81 Schulmusik in München, 1982-86 Klavier, 1985Ð89 Cembalo u. a. bei Liselotte Brändle
und Kenneth Gilbert am Mozarteum sowie Historische Aufführungspraxis bei Nikolaus Harnoncourt.
Seit 1985 unterrichtet er am Mozarteum. 1988 war er 1. Preisträger
beim C. P. E. Bach Wettbewerb in Hamburg. Er gastiert seit 1989 bei internationalen Festivals, tritt mit prominenten Partnern und als
Continuo-
Spieler mit Dirigenten wie Franz Welser-Möst oder Sylvain Cambreling auf, u. a. bei den Salzburger Festspielen.
Der Gründer der Salzburger Hofmusik hat viele CDs veröffentlicht, von Biber bis Bruckner, und sich auch mit Tanzgeschichte,
Musik- und Theaterwissenschaft
beschäftigt.
CAMERATA SALZBURG
Gegründet 1952 von Bernhard Paumgartner.
Unter der Leitung von Sandor Vegh von 1978 bis zu dessen Tod 1997 entwickelte sich die Camerata zu einem einzigartigen Klangkörper,
der seine Kraft aus dem kammermusikalischen
Dialog schöpft. Seit Herbst 1997 ist Sir Roger Norrington Chefdirigent.
1999 wurde dem Ensemble der Europäische Kulturpreis verliehen. Das Repertoire reicht vom Barock über die Klassik
bis zur Gegenwart. Die Camerata wird als Opern- und Konzertorchester seit vielen Jahren regelmäßig
zu den Salzburger Festspielen,
zur Schubertiade, in den Wiener Musikverein oder zur Mozartwoche eingeladen. Seit September 2001 ist Leonidas Kavakos
Principal Guest Artist
des Ensembles.
NATALIE CHEE
Geboren 1976 in Sidney, begann sie mit sechs Jahren Geige zu spielen und wurde 1992 "Young Performer of the Year"
in Australien. Sie studierte ab 1994 in Bern bei Igor Ozim und erhielt 1998 ihr Diplom mit Auszeichnung. Sie konzertierte
mit Partnern wie Thomas
Brandis und Sergio Azzolini und trat solistisch in Europa, den USA und Australien auf. Natalie Chee ist Mitbegründerin
des Mozart Piano Quartet, mit dem sie weltweit auftritt und viele CDs veröffentlicht, ständige Gast-Konzertmeisterin
der Camerata Bern und der Nieuw Sinfonietta Amsterdam sowie seit 2001 erste Konzertmeisterin und Solistin der Camerata Salzburg,
die sie auch immer wieder vom Pult aus leitet.
ENSEMBLE TOBIAS REISER
Das von Tobi Reiser sen. 1953 gegründete
und 1974 bis 1999 von dessen Sohn geleitete Quintett wurde zum Vorbild
für viele alpenländische Musiziergruppen.
Zu Zither, Hackbrett, Harfe, Gitarre und Kontrabass kam später die Salzburger Geigenmusik dazu. So entstand ein Ensemble,
das von Beginn an das Herz des berühmten Salzburger
Adventsingens bildete und durch Konzerte im In- und Ausland bekannt wurde. Nach dem Tod von Tobias Reiser entschlossen sich
seine Musiker, das verpflichtende Erbe anzutreten und in seinem Sinn zu musizieren. In Verbindung mit dem einzigartigen
Volksmusikrepertoire sollen in Zukunft immer wieder neue musikalische Verbindungen
geknüpft werden.
WERNER FRIEDL
Der Schauspieler und Regisseur besuchte
das Akademische Gymnasium Salzburg
und studierte am Max-Reinhardt-Seminar in Wien. Die Stationen seiner Karriere waren das Landestheater Salzburg,
das Theater Baden-Baden und das Theater in der Josefstadt in Wien. Er wirkte in vielen Fernsehproduktionen
und bei den Salzburger Festspielen mit. Seit mehr als zwei Jahrzehnten ist er am Salzburger Landestheater,
nicht wegzudenken und unvergessen ist er als Frosch in der "Fledermaus", als Kagler in "Wiener Blut",
als Carlos Hominides de Histangua in Feydeaus "Floh im Ohr", als Fiscur in Molnars "Liliom" und zuletzt
als alter Moor in Schillers "Die Räuber", um nur einige seiner vielen Rollen zu nennen.
DAVID FRÜHWIRTH
Der gebürtige Salzburger Geiger studierte
am Mozarteum u. a. bei Ruggiero
Ricci und absolvierte bei Pinchas Zukerman
in New York. Konzertauftritte führten ihn zu bedeutenden Festivals, z. B. nach Schleswig-Holstein und Gstaad,
in die USA (Carnegie Hall, Lincoln Center), Kanada (Montreal) und in die wichtigsten Konzertsäle in ganz Europa,
Nordamerika und Israel. Dazu kamen internationale Radio- und Fernsehauftritte. Erfahrung als Kammermusiker
konnte David Frühwirth mit berühmten Partnern wie J. Laredo, I. Cohen und W. Levine sammeln. Er spielt auf der
"ex-Brüstlein"-Stradivari
aus dem Jahr 1707, die ihm die Oesterreichische Nationalbank zur Verfügung gestellt hat.
KARLHEINZ HACKL
Der 1949 in Wien geborene, vielseitige
Regisseur und Burgschauspieler studierte Betriebswirtschaften und Schauspiel. Er debütierte 1972/73 am Wiener Theater
"Die Courage", es folgten Engagements am Theater in der Josefstadt, am Volkstheater und am Thalia-Theater Hamburg.
Seit 1978 zählt er zu den gefeierten Publikumslieblingen
des Burgtheaters, spielt aber auch bei den Salzburger Festspielen, den Sommerfestspielen Reichenau sowie
Musical an der Volksoper Wien. 1988 startete er eine ebenso erfolgreiche
Karriere als Regisseur. Er wirkte in zahlreichen Kino- und Fernsehfilmen mit und gibt Vortragsabende.
Seit 1996 unterrichtet Karlheinz Hackl als Professor am Max-Reinhardt-Seminar in Wien.
ARIANE HAERING
Die 1976 in Le Locle in der Schweiz geborene Pianistin studierte in ihrer Heimat und schloss 1992 mit Auszeichnung
ab, danach besuchte sie Meisterklassen in den USA und in Lausanne. Sie gewann eine ganze Reihe wichtiger Preise,
trat als Solistin mit wichtigen Orchestern wie dem Tonhalle-
Orchester Zürich und bei großen Festivals in der Schweiz, in Deutschland
und Kanada auf. Regelmäßig spielt sie Kammer- und Ensemblemusik mit Partnern wie Benjamin Schmid oder dem
österreichischen Ensemble für Neue Musik und tritt in Radio, Fernsehen und auf CDs erfolgreich in Erscheinung.
Ihr Repertoire reicht vom Barock bis zu zeitgenössischer Musik. Ariane Haering lebt in Salzburg.
LUKAS HAGEN
Geboren 1962 in Salzburg, studierte er Violine am Mozarteum bei Helmut Zehetmair und absolvierte 1983 mit Auszeichnung.
Weitere wichtige Lehrer waren u. a. Gidon Kremer, Nikolaus
Harnoncourt und Walter Levin. Seit 1981 bereist er als Primarius des Hagen Quartetts alle großen Konzertzentren
der Welt, tritt außerdem mit Partnern wie Oleg Maisenberg, Heinrich Schiff, Andras Schiff oder Vladimir Ashkenazy
auf sowie als Solist
u. a. bei der Mozartwoche und den Festspielen in Salzburg, in Deutschland,
Italien, England und Japan. Seit 1998 unterrichtet Lukas Hagen an der Universität Mozarteum und gibt international
Meisterklassen. Er ist auch Konzertmeister des Chamber Orchestra
of Europe.
HAGEN QUARTETT
Das Streichquartett besteht aus den Geschwistern Lukas, Veronika und Clemens Hagen sowie dem Geiger Rainer Schmidt.
Es gehört zu den herausragenden
Ensembles der Gegenwart.
Die Verleihung des Publikums-
preises 1981 in Lockenhaus war ein Meilenstein in der internationalen Karriere
des Quartetts, welches seitdem weltweit in den großen Konzertsälen und bei allen bedeutenden Festivals gastiert
und bei der DGG eine ganze
Reihe gefeierter CD-Aufnahmen erarbeitet hat. Ein Kontinuum in der künstlerischen Entwicklung der Mitglieder
ist die Auseinandersetzung mit dem klassischen Erbe ebenso wie die Annahme der Herausforderung durch die moderne Quartett-Literatur.
WERNER HINK
1943 in Wien geboren, begann Werner
Hink mit sechs Jahren sein Violinstudium, u. a. bei Franz Samohyl. 1964 wurde er ins Orchester der Wiener Staatsoper,
1974 als Konzertmeister
der Wiener Philharmoniker engagiert. Er ist Gründer und Leiter des Wiener Streichquartetts (über 50 Aufnahmen,
weltweite Konzertreisen) sowie Primarius des Wiener Oktetts, mit dem er ebenfalls in den Musikzentren Europas, Amerikas
und Japans auftritt. Seit seinem 15. Lebensjahr ist Hink als Solist erfolgreich, oft auch mit den Wiener Philharmonikern. Seit
1982 leitet er eine Violinklasse am Konservatorium der Stadt Wien, seit 1991 besteht das Wiener Mozart Trio mit seinen Söhnen
Christoph und Matthias.
LUTZ HOCHSTRAATE
Er kam 1942 in Dortmund zur Welt und studierte in Berlin Schauspiel, Germanistik und Theaterwissenschaften.
Nach Engagements am Theater und beim Film begann er um 1972 seine Karriere als Regisseur. Von 1974-79 und von 1984-86 war er
Oberspielleiter, von 1986-2004 Intendant
des Landestheaters Salzburg, eine erfolgreiche und unvergessliche ära in der Geschichte des Hauses. Neben den Salzburger
Regiearbeiten im Schauspiel und immer mehr auch im Musiktheater (z. B. "La Boheme", "Die Hochzeit des Figaro",
"Wiener Blut") inszenierte er erfolgreich u. a. in Frankfurt, Heidelberg und Bonn, bei den Festspielen Macerata,
in Neapel, Verona und Ljubljana.
PAUL HOFHAIMER CONSORT
Das Salzburger Ensemble ist eines der wenigen österreichischen Ensembles, das sich seit seiner Gründung vor
25 Jahren konsequent mit einem Teilbereich
der Alten Musik auseinandersetzt,
der Musik des "oberdeutschen" Sprachraums zwischen 1250 und 1550, bei ständiger Zusammenarbeit mit Germanisten.
Verwendet werden historische bzw. originalgetreue Instrumente.
Das Ensemble gastiert international
und hat eine Reihe erfolgreicher CDs veröffentlicht. Es besteht derzeit aus sieben Mitgliedern,
die alle an den Musikuniversitäten in Salzburg und Wien studiert haben und hauptberuflich
in der musikalischen Aus- und Weiterbildung tätig sind.
ALEXANDER HOHENTHAL
Hohenthal, geboren 1969 in Bruck an der Mur/Steiermark, trat bereits mit fünf Jahren als Geiger auf. Noch im Schulalter begann
er in Salzburg am Mozarteum bei Paul Roczek zu studieren
und machte 1992 sein Konzertdiplom bei seinem wichtigsten Lehrer, Ruggiero Ricci. Nach Preisen u. a. in Salzburg und Tokio
folgten zahlreiche Auftritte als Solist u. a. bei der Mozartwoche,
in Lockenhaus, in den großen Konzertsälen von Wien, Berlin, Rom, London und Washington, als Kammermusiker
mit berühmten Partnern und als Sologeiger.
Zuletzt musizierte Hohenthal mit Ivor Bolton und dem Mozarteum Orchester erfolgreich Violinkonzerte von Dvorak
und Schostakowitsch im Großen Festspielhaus
in Salzburg.
GOTTFRIED FRANZ KASPAREK
Kasparek, geboren 1955 in Wien, gelernter Musikalienhändler, lebt seit 1988 in Salzburg.
Seit 1998 ist er als freischaffender Musikschriftsteller, Dramaturg und Moderator tätig. Texte entstanden u. a.
für die Internationale
Stiftung Mozarteum, die Wiener Staatsoper, die Wiener Symphoniker, die Philharmonie Essen, die Oper Dortmund,
das Leh‡r Festival Bad Ischl und das Landestheater Salzburg. Seit 1998 ist Kasparek Programmheftredakteur und
dramaturgischer Mitarbeiter des österreichischen Ensembles für Neue Musik, seit 2003 auch des Mozarteum
Orchesters Salzburg. Er ist Lehrbeauftragter
für Musik des American Institute for Foreign Study und Kolumnist bei DrehPunktKultur.
MOZARTEUM QUARTETT SALZBURG
Das Quartett existiert seit den Dreißigerjahren
des letzten Jahrhunderts und trägt seit 1955 den von der Internationalen
Stiftung Mozarteum verliehenen Namen. Seit der Neugründung 1998 wird es von Markus Tomasi, Konzertmeister
des Mozarteum Orchesters, geleitet. Erfolgreiche Tourneen in aller Welt, Auftritte bei bedeutenden Festivals und die Zusammenarbeit
mit Solisten wie Jessye Norman, Marjana Lipovsek oder den Solobläsern der Wiener und Berliner Philharmoniker machen es zu einem
wesentlichen Botschafter
österreichischer Musikkultur Das Ensemble spielt, mit dem Schwerpunkt
Wiener Klassik, ein breites Repertoire bis hin zu Uraufführungen und ist bereits auf mehreren CDs dokumentiert.
PETER PIKL
Der 1946 in Salzburg, in Mattsee aufgewachsene Schauspieler studierte am Mozarteum. Engagements u. a. in Trier,
Oberhausen, Lübeck, Hamburg, bei den Wiener Festwochen, den Salzburger
Festspielen und den Komödienspielen
Porcia. Viele Jahre lang war er einer der führenden und beliebtesten Darsteller am Salzburger Landestheater
und spielte ein breites Repertoire von der Klassik über zeitgenössisches Theater bis zur Operette und
zum Musical. Peter Pikl arbeitet auch erfolgreich
als Regisseur im Musiktheater, u. a. in Ulm, Kaiserslautern und Frankfurt
am Main. Seit 1996 ist er Intendant der Komödienspiele Porcia, seit 2005 im Ensemble der Volksoper Wien.
SALZBURGER HOFMUSIK
Das Ensemble in variablen Besetzungen
wurde 1991 von Wolfgang Brunner
gegründet. Die Programme umfassen
hauptsächlich Werke vom 17. bis ins frühe 19. Jahrhundert mit dem Schwerpunkt der Musik der Salzburger
Hofkapelle und deren wissenschaftliche
Aufarbeitung. Hauptsächlich werden
historische Instrumente verwendet. Das Ensemble konzertiert u. a. bei den Festivals für Alte Musik in Brügge,
Utrecht und Herne sowie seit 1998 regelmäßig bei der Mozartwoche in Salzburg. CD-Produktionen galten vielen
Erstaufnahmen Salzburger Komponisten,
z. B. der Oper "Arminio" von Biber, außerdem Konzerten Mozarts, Werken Michael Haydns und Johann Christian Bachs.
BENJAMIN SCHMID
Der 1968 in Wien geborene Geiger studierte in Salzburg, Wien und Philadelphia.
In den Jahren 1985-92 gewann
er u. a. den Londoner Carl Flesch Wettbewerb, und zwar gleichzeitig den Mozart-, den Beethoven- und den Publikumspreis.
Schmids Repertoire ist ungemein vielseitig und schließt sowohl klassische, romantische und moderne Musik als auch den Jazz mit
ein. Er tritt mit den großen Orchestern und Dirigenten der Welt und prominenten
Partnern auf, hat bereits eine Reihe von preisgekrönten CDs veröffentlicht, unterrichtet an der Universität Mozareteum
als Gastprofessor und bei internationalen
Musikkursen. Benjamin Schmid spielt auf einer Stradivari (1731) der Donald-Kahn-Stiftung.
GABRIELE SCHUCHTER
Die Schauspielerin und Sängerin aus der Salzburger Künstlerfamilie Schuchter
spielte u. a. am Wiener Burgtheater,
bei der Gruppe 80, im Theater in der Josefstadt, in der Volksoper Wien, im Landestheater Salzburg und bei den Salzburger Festspielen.
Seit 1987 arbeitet sie kontinuierlich am Volkstheater
Wien und interpretierte in den letzten Jahren Rollen in Stücken von Bahr, Brecht, Horvath, Nestroy, Raimund,
Rühm, Shakespeare, Schnitzler u. a. Daneben tritt sie auch in Operetten
und Singspielen erfolgreich auf, so als Offenbachs "Schöne Helena" und zuletzt im "Walzertraum"
von Oscar Straus in Bad Ischl. Sehr gefragt ist Gabriele Schuchter auch mit ihren eigenen Vortragsabenden.
ANIKA VAVIC
Die junge Pianistin, schon in der Kindheit ausgezeichnet, kam mit 16 Jahren aus ihrer Heimatstadt Belgrad nach Wien,
wo sie bei Noel Flores studierte und wesentliche Impulseu. a. von Elisabeth Leonskaja und Oleg Maisenberg empfing. Anika Vavic
brilliert in Solorecitals, mit Klavierkonzerten,
als Kammermusikerin z. B. im Horn-Trio Wien und in Radio und TV. Sie gastierte u. a. in der Carnegie Hall New York,
der Londoner Wigmore Hall, in Santiago de Chile, Cincinnati und Oslo, im Concertgebouw Amsterdam,
in Wien (Konzerthaus und Musikverein),
Köln, Paris, Salzburg und Baden-Baden sowie bei bedeutenden Festivals wie der Styriarte Graz oder dem Klavierfrühling Ruhr.